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Geregistreerd: do dec 25, 2003 1:29 pm Berichten: 1765 Woonplaats: Gouda
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Schnapsglas-Hüpfer - Kreidler Van Veen GS 50
Die schnellen Fünfziger namens Florett und Mustang der Kreidler-Werke sind bekannt. Dass die Schwaben unter Holländischer Mitwirkung ab 1979 wettbewerbsfähige Moto Cross- und Geländesportmodelle wie die GS 50 fertigten, wissen nur wenige.  Test GS50 | Geländesportmodelle wie die GS 50 fertigten, wissen nur wenige. Geländesport-Aktivitäten bei Kreidler gab es bereits seit 1960, als ein gewisser Hans-Georg Anscheidt neben seinen Motocup-Starts für Kreidler im Herbst auch auf einer von vier präparierten Geländemaschinen bei den Sixdays in Österreich antrat. Prompt wurde er nicht nur Klassensieger der 50er, sondern sogar zweitbester Fahrer in der Gesamtwertung.
Anscheidts Gelände-Kreidler, der "Almdudler", unterschied sich bereits von den Serien-Floretts durch zahlreiche Details: Äußerlich kaum sichtbar, war der Pressstahlrahmen an vielen Stellen verstärkt worden, auch an der Vollschwinge vorn saßen zwei hydraulisch gedämpfte Federbeine. Der schlitzgesteuerte Einzylinder war mit schärferen Steuerzeiten und einem größeren Vegaser auf satte fünf PS gebracht worden, die er über ein fußgeschaltetes Vierganggetriebe ans 18zöllige Hinterrad abgab. Alle Bowdenzüge waren doppelt verlegt, und viele praktische Details wie Tankgepäckträger, Knebel-Schnellverschlüsse zum raschen Radwechsel oder Klappkickstarter werteten die Werksmaschine auf.
1964 rang sich Kreidler zu einer frei verkäuflichen Replika in Kleinserie mit Namen "Mustang" durch, und 10 Jahre später wurde abermals ein Kleinkraftrad mit Geländesport-Attributen Mustang getauft, als noch kaum jemand etwas mit dem Wort Enduro anfangen konnte. Siegfried Rauch, damals Chef von Das Motorrad, nahm sich im Juli 1974 noch selbst dem Zeitgeist-Kleinkraftrad an. Sein erster Eindruck war zwar nicht vernichtend, aber nicht gerade sehr positiv: "Das Hauptproblem", so formulierte es Rauch bedächtig und vorsichtig, "aber schien die Divergenz zwischen Modellbezeichnung sowie -aufmachung und der erwarteten, wenigstens "leichten" Geländegängigkeit zu sein. Er lag damit nur knapp daneben - und hatte wie das Werk selbst das Hauptmanko der knallorangen Mustang Cross übersehen: Ein Sitzplatz war der jugendliche Kundschaft zu wenig. Flugs nachgebessert, floppte Kreidlers Florett in Geländeoptik trotzdem - die Strassenversion mit Chrom und Blinkern war nur 150 Mark teurer und sah aus der Sicht der 16-Jährigen Käufer damals wesentlich erwachsener und motorradähnlicher aus.
1979 wurden in Kornwestheim keine Mustang mehr gebaut, dafür aber entstanden im niedersächsichen Duderstadt echte Moto Cross-Kreidler für holländische Kunden. Dort hatte Alfred Kreidler gemeinsam mit dem Benelux-Generalimporteur Hendrik van Veen 1978 die "Van Veen Kreidler Sport GmbH" gegründet. Der Holländer, der in manchen Jahren ein Drittel der Kornwestheimer Gesamtproduktion abnahm, betrieb schon seit 1970 seinen eigenen Kreidler-Rennstall, nachdem sich auch das Werk selbst wieder am 50 ccm-GP aktiv beteiligte.
Die kleine Firmentochter stellte zunächst einen aus dem Werksmotorrad entwickelten Production Racer her, außerdem konnten Privatfahrer den dort gefertigten, wassergekühlten Renn-Kit erwerben, der mit einem Schafleitner-Sechsganggetriebe und sogar mit einer Trockenkupplung kombiniert werden konnte. Technische Daten:
Motor: Schlitzgesteuerter Kreidler Florett-50ccm- Zweitaktmotor, Bohrung x Hub 40 x 39,7 mm, Leistung 8 PS bei 10 000 U/min (mit Wettbe- werbskit 12 PS bei 13 800 U/min), Vergaser Bing mit 28 mm Durchlass, Fünfganggetriebe mit verstärkter 5-Scheiben-Ölbad Kupplung (Sechsganggetriebe auf Wunsch)
Fahrgestell: Schutzgasgeschweisster Doppelrohrrahmen, luftunterstützte-Telegabel vorn, zwei dreifach verstellbare Koni-Gasdruck-Dämpfer hinten, LM-Räder 2.50-18 vorn, 3.00-18 hinten, Berei- fung Metzeler Enduro-Cross Maße & Gewichte: 2060 x 760 x 1120 mm (L x B x H), Radstand: 1355 mm, Sitzhöhe: 850 mm, Gewicht: 72 kg, Tankinhalt: 8,5 Liter
Bauzeit: 1980 bis 1982 | Technische Daten | Der Holländische Motorradgroßhändler Gebben beauftragte die Duderstädter, für den damals in Holland populären Junior-Crosssport 150 Maschinen auf Florett-Basis zu fertigen.
So entwickelte das kleine Team um Projektleiter Martin Ziegler ein neues, interessantes Doppelschleifenfahrwerk mit Rahmenunterzügen über dem Einzylinderaggregat. 1979 entschloss sich die OMK auch in Deutschland zum Start einer 50ccm-Crossklasse für Fahrer ab 14 Jahren - Grund genug für Kreidler und Van Veen, nun auch für Deutschland zwei Fahrzeugversionen, "Junior" und "Profi" anzubieten. Das Fahrgestell wurde nochmals verbessert, denn oberhalb der Biegungen an den Unterzügen kam es gelegentlich zu Brüchen der Rohre, da der Motor starr verschraubt war und Aufprallenergie wie Vibrationen direkt ans Chassis weitergab.
Aus der "Profi" entwickelte die Kreidler Van Veen Sport GmbH dann die straßenzulassungsfähige GS 50. Viele Teile wie die luftunterstützte, spanische Betor-Gabel mit einem Federweg von 200 Millimeter wurden aus dem Ausland zugekauft. Die schallgedämpfte Aspuffanlage ähnelten trotz ihrer schreiend gelben Lackierung stark der der letzten Mustang und verhalf dem Florett-Triebwerk zu 8 PS bei 10 000 U/min - die letzten Kornwestheimer Serien-Floretts leisteten laut Werksangabe nur 6.8 PS. Gegen 255 DM Aufpreis gab es das Sechsganggtriebe, ein ebenfalls käuflicher Kit machte die GS 50 12 PS stark und durchaus wettbewerbsfähig.
Bis zum Kreidler-Konkurs 1982 wurden jedoch nur einige Dutzend der GS 50 verkauft, was nicht zuletzt an dem gesalzenen Preis von 4.080 DM lag: Eine RS in Metalliclack war 1980, als der deutsche Gesetzgeber die neue 80er Klasse einführte, noch 210 DM billiger. So ist die nur 72 kg leichte GS 50 heute eine echte Rarität - wer eine hat, wie hier der Kreidler-Sammler Jürgen Beyer, gibt sie garantiert nicht mehr her.
 Test GS50 |
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