Auf allen Straßen zu Hause

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Auf allen Straßen zu Hause

#1 Bericht door Maarten » 31 jan 2013, 19:07

Auf allen Straßen zu Hause

Tekst: H.G. Wolf

Scan: Tjerry (Enzo-tvdzijden)


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Auf allen Straßen zu Hause

Foto's:
Rennmaschine
Geländemaschine
Normalausführung

AIs Kreidler 1956 den Prototyp eines Kleinst-Kraftrades mit dreipferdigem 50-ccm-Motor und Dreiganggetriebe vorstellte, kamen selbst Fachleute zu Fehl-schlüssen. Man glaubte allgemein, daß es sich bei dieser 'Florett` uns eine 'von unten nach oben' gezüchtete Moped—Maschine handeln müsse, und ahnte nicht, daß genau das Gegenteil der Fall war.

Auf Anforderung des portugiesischen Kreidler-Vertreters hatte die glänzend besetzte und eingerichtete Versuchsabteilung des Werkes eine 50- ccm-Rennmaschine entwickelt, die bei einer Ieistung von fünf bis sechs PS ehrliche 102 km/h machte und die dern Mann in Portugal gleich auf Anhieb schöne Erfolge einbrachte.

Entwicklungen von unten nach oben gehen manchmal ins Auge, weil die Konstruktion überzüchtet und das Material uberlastet wird.


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lm Falle der Florett war man bei Kreidler in der glücklichen Lage, diesmal den umgekehrten Weg gehen zu können und drosselte die Portugäl-Rennmaschine von ihrer ursprünglichen aus dem nächtlichen Dunkel plotzlich eine Mauer auf ihn zukommt, legt eineinigermaßen routinierter Einspurfahrerseine Maschine in möglichst flachem Aufschlagwinkel hin. Dabei passiert meistens nicht viel. Diesmal aber sauste die Ma-schine funkensprühend und mit auf heulendem Motor irgendwohin... Ich war zwar nur leicht zerkratzt, doch stand zu befürchten, daß der Rahmen und das gesamte Fahrgestell bis zu den Felgen hinab für eine Weiterfahrt nicht mehr zu verwenden wären. Notgedrungen mußte ich bis zur Morgendämmerung warten. Dann zeigte sich erfreulicherweise, daß Rahmen und Fahrgestell keinen Schaden genommen hatten und der schiefstehende Lenker ohne Mühe gerichtet werden konnte. Der Rahmen übrigens -- der besteht bei Kreidler nicht aus einem mit Blech verkleideten Rohr. Er enthält kein doppeltes Material und erfordert daher auch keine zweifache Fertigung. Er ist aus zwei Preßschalen zusam-inengeschweißt und besitzt größte Festigkeit und Form-schönheit.

520 Kilometer in elf Stunden

Der hohe Gesamtdurchschnitt über eine möglichst weite Nonstop-Strecke, von dem ich vor dem Sturz ge-träumt hatte — mit dem war es jetzt allerdings Essig. Darum schlug ich in der Gegend von Lyon Südostkurs ein, der auf kurvenreichel Strecken zu Europas höchstem Paß, dem Col de l'Iscran (2769 Meter) führen sollte. Nachdem wir zwei, die Florett und ich, aber in der Gegend von Albertrille in die Nacht gekommen waren, fanden wir in Val d'lsüre, der letzten grollen Siedlung vor der Paßhöhe, ein Unterkommen und konnten mit einer Tagesleistung von 520 Kilometern, in elf Stunden und mit einem Durch-schnitt von 47,2 km/h, doch wohl ganz zufrieden sein. Anderntags, heim 16 Kilometer langen, 10 prozentigen Aufstieg, zeigte sich, daß die für die Iangstreckenfahrt vorgesehene Düse in Flöhen von über 2500 Metern nicht mehr ganz ausreichte. Weil aber der eine oder andere Florett-Besitzer solche Gewaltstückchen auch ohne Düsenwechsel durchführen wird, mußte es auch die Test-Florett schaffen — und das tat sie dann auch! Auf der Rück- und Bergab-fahrt nach Seez, wo der neue Aufstieg — diesmal zum Kleinen St. Bernhard (2188 Meter, 8prozentig) und zur -französisch-italienischen Grenze — begann, hielt sich die doch leicht gehandicapte Maschine wieder ausgezeichnet.

Foto: LIEBENSWÜRDIGE UNTERSTÜTZUNG fand H. G. Wolf nach seinem Sturz In Desandans (Bild oben). Eine Gewalttour führte über Europas höchsten Paß, den Col de l'Iseran (zweites Bild von oben). Darunter: Italienische Zollbeamte und die Florett am Kleinen St. Bernhard. Letzte Prüfung der Furka-Paß (links).


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Die 28 Kilometer lange, allerdings nie übermäßig steile Auffahrt legten wir dann in 57 Minuten zurück und er-reichten somit für diesen Streckenabschnitt eine Durch-Leistung auf drei PS — ganz versuchsmäßig erst einmal. Das trug letztlich auch dazu bei, daß man vom Frühjahr 1957 an das unwahrscheinlich leistungsfähige Kleinst-Motorrad Kreidler-Florett im Laden erstehen konn. (Das Florett-Moped, das ebenso schnittig aussieht und nur an Zylinder, Vergaser und Schalldämpfer Veränderungen gegenüber dem Motorrad aufweist, kam später.)

In diesem Frühjahr hatte der Berliner Dauerfahrer Jonas auf einem normalen Kreidler-Motorrad in sieben Tagen 5000 Kilometer zurückgelegt und dabei die Turracher Höhe mit ihrer 34 prozentigen Steigung hinter sich gebracht. Das war allerhand für eine so kleine Maschine.

In dieser Saison durften zum ersten Mal 50-ccm-Motorräder bei der superharten ADAC-3- Tagefahrt in Isny mitmachen. Während die gesamte Konkurrenz schon am ersten Tage aufgeben müßte, hielten die sechs gestarteten Gelände-Floretts durch und sicherten sich den Klassensieg, zwei Gold- und vier Silberplaketten.

Ebenfalls zum ersten Mal im deutschen Motorsport kam es bei den diesjährigen Moto-Cup-Veranstaltungen von Hockenheim auch zu den ersten offiziellen 50-ccm-Rennen. Als man unter die drei Veranstaltungen vom April, Juli und September den berühmten Strich zog, sprang wiederum ein vierfacher Florett-Sieg heraus.

Nun, nachdem sich sowohl die Normal-Florett als auch die Gelände- und Rennausführung der-artig überzeugend gehalten hatten, wollte hobby ganz genau wissen, was an dieser kleinen Super-maschine, die interessanterweise vor wenigen Wochen in einer neuen Ausführung auf den Markt kam, wirklich dran ist.

Die Florett wurde also in Stuttgart mit 9,2 Liter Mischung randvoll gefüllt, mit einem Fahrer — das heißt mit mir — und Gepäck von insgesamt 120 kg belastet und in Richtung Frankreich in Bewegung gesetzt. Trotz einem Gesamtgewicht von rund 200 Kilogramm, trotz Schwarzwaldsteigungen und -kurven und dem
Grenzübergang bei Kehl war nach knapp sieben. Fahrstunden Belfort und damit ein Durchschnitt von 50 km/h erreicht.

Will man von einer derart belasteten 50-ccm-Maschine mehr verlangen?

Ein paar Stunden vorher hatte ich noch ein wenig mißtrauisch auf die vordere Langschwinge geschaut, die nicht in einer derben, geschwungenen Gabel, sondern im hinteren Schutzblechteil der Florett gelagert ist. Bei der Kreidler sorgt die mit 90-mm-Federung überaus langhubige, aus Ovalrohren zusammengesetzte Hinterrad-. schwinge, die sich mit hydraulisch gedämpften Federbeinen gegen den Rahmen abstützt, für ein absolut spurfolgendes Antriebsrad.

Der Kotflügel ist durch richtig bemessene Stärke und formsteife Profilierung ein grund-solider Lagerträger. Die sorgfältigste Auslegung von Nachlauf, Steuerwinkel und Raderhebungskurve tragen weiter dazu bei, daß ich mich hinter dem einwandfrei geradeaus führenden Vorderrad nunmehr absolut sicher fühlte.

Inzwischen hatte ich mich mit einer hubraummäßig um das Dreifache überlegenen französischen Maschine in eine Rennerei eingelassen, mich dann der berüchtigten Rechtskurve von Desandans genähert, in der Dunkelheit das Warnschild übersehen — --- um gleich darauf das immer so überaus peinliche Gefühl. zu haben:
„Hier bist du doch um einiges zu schnell!"

Foto: Aus dem Motorrad wurde das Moped entwickelt.


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Technischer Steckbrief
Motor: Liegender Einzylinder-Zweitakt-Kreidler-Motor, gebläsegekühlt; Inhalt 49 ccm; Bohrung/ Hub 40/39,5 mm. Verdichtungsverhältnis 8,5:1. Leistung 3,6 PS bei 6000 U/min.
Getriebe: Dreiganggetriebe Mit Drehgriffschaltung (2mal verriegelt) und Kickstarter; Mehrscheiben-Kupplung.
Fahrgestell: Verwinclungssteifer Stahlpreßrah-men; vorn einstellbare, wartungsfreie Langerm-schwinge mit 80 mm Federweg; Federung hinten: zwei Federbeine mit hydraulischer Dämpfung, 90-mm-Federweg.
Bereifung: 23x 2,50" Motortyp.
Bremsen: Alu-Vollnaben, 116 mm Durchmesser.
Allgemeine Daten:
Gesamtlänge 1870 mm
Gesamtbreite 550 mm
Gesamthöhe ca. 950 mm
Radstand 1196 mm
Bodenfreiheit 168 mm
Leergewicht 70 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 220 kg
Spitze 68 km/h, gestoppt
Tankinhalt 9,2 Liter (1,8 Liter Reserve)
Steigvermögen mit 1 Person 34%
Steigvermögen mit 2 Personen 22%
Preis:
für Ausführung rot/schwarz DM 875,—
für Ausführung metallise-anthrazit/Neapel-beige DM 887.—
Auf Wunsch:
Beinschild DM 40.00
Gepäckträger DM 15.80
Diese Preise gelten sowohl für das Motorrad, als auch für das Moped.



In einem solchen, Fall, wenn nämlich von links schnittsgeschwindigkeit von annähernd 30 km/h. Esging dann gleich wieder hinunterins traumhaft schöne Aosta-Tal, dann hinauf zum Großen St. Bernhard (2472 Meter, 11 Prozent), ins schweizerische Wallis und ins obere Rhonetal. Zum Abschluß dieses superharten Tages mutete ich meinem braven Roß noch von Visp aus den Aufstieg nach Unterbuch (etwa 1200 Meter) zu. Auch auf diesem unbefestigten, spurzerfurchten Geröllweg hielt sich die Maschine trotz großer Hinterlast und gar nicht geländemäßig breitem Lenker zu allen Zeiten einwandfrei und bestach immer wieder durch ihre unermüdliche Leistungsfreudigkeit.

Durch das Gams-Hochtal, über die Furka (2434 Meter, 10 Prozent) und schließlich auch noch über den Klausenpaß (1952 Meter, 8 Prozent) wurde die Florett anderntags nach Hause gejagt, wobei eine Tagesetappe von 557 km ( !) herauskam. Im Ganzen haben wir in vier Fahrtagen trotz allen Erschwernissen --- 1742 Kilometer, also einen Tagesdurchschnitt von 435,5 Kilometern zustandegebracht. Wer nun aber denkt, eine Zweitaktmaschine müsse unter solchen Umständen einen unheimlichen Durst entwickeln, der irrt sich gewaltig. Auf der gesamten Strecke von 1742 Kilometern wurden rund 50 Liter verfahren, das sind auf 100 Kilometer 2,8 Liter!

Ohne Gepäck ergaben sich für die Florett bei der Beschleunigungsprüfung folgende Werte:
30 km/h = 4 sec; 40 km/h = 7,2 sec; 50 km/h = 13 sec; 60 km/h = 25 sec.
Bei Belastung mit einem mittelschwerem Sozius erhöhten sich die Werte wie folgt:
30 km/h = 6 sec; 40 km/h = 11 sec; 50 km/h = 20 sec; 60 km/h = 40 sec.
(Übersetzung bei beiden Messungen 14/34.)
Die Spitzengeschwindigkeit wurde liegend mit 69,5 km/h ermittelt.

Der Motor der Maschine ist jetzt weiterentwickelt; sie besitzt in der Serienausführung nun mehr das gleiche 3,6-PS-Antriebsaggregat wie die Sportmaschine, die in Isny so ausgezeichnet abgeschnitten hat. Außerdem wurde die neue Florett niedriger, der Tank wurde um einen Liter vergrößert und die Sitzbank der Gesamtlinien-führung angepaßt.

Mit einem Wort, es ist ein Fahrzeug entstanden, das nicht nur leistungsfreudig, sparsam und rasant ist, sondern das auch in seiner Gesamterscheinung durch ein wohlgestaltetes, durchaus eigenes und schnittiges Profil auffällt.

Foto: Der Motor der Kreidler Florett

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Re: Auf allen Straßen zu Hause

#2 Bericht door Enzo-tvdzijden » 31 jan 2013, 19:11

Geweldige plaatjes weer. Niks te gek. Een echte alles kunner zo'n Kreidler.

Enzo

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Re: Auf allen Straßen zu Hause

#3 Bericht door Maarten » 31 jan 2013, 19:28

Inderdaad erg leuk Tjerry, bedankt voor de scan. :clap

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Re: Auf allen Straßen zu Hause

#4 Bericht door Enzo-tvdzijden » 21 apr 2019, 13:33

Vooral bergtop plaatjes zijn stoer.

Enzo

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