25 Jahre KREIDLER-Fahrzeugwerke (1976)

Allerlei artikelen over Kreidler, vaak overgenomen uit oude tijdschriften.
Plaats reactie
Bericht
Auteur
Gebruikersavatar
Maarten
Beheerder
Berichten: 8264
Lid geworden op: 01 sep 2002, 09:13
Locatie: Den Haag, Nederland
Has thanked: 129 times
Been thanked: 129 times
Contacteer:

25 Jahre KREIDLER-Fahrzeugwerke (1976)

#1 Bericht door Maarten » 12 jan 2019, 16:40

25 Jahre KREIDLER-Fahrzeugwerke

Lebenslauf eines Fahrzeugwerkes

Die KREIDLER-Fahrzeugwerke -
ein Teil der KREIDLER-Gruppe.


Die KREIDLER-Fahrzeugwerke bilden zusammen mit den KREIDLER-Metallwerken die KREIDLER WERKE GMBH. Dieses Unternehmen wiederum zählt zur KREIDLER-Gruppe mit rund 3.000 Beschäftigten und nahezu 300 Millionen Jahresumsatz.


Pionier in der 50-ccm-Klasse


Gründungsjahr ist 1951. Die Zeit der Vorbereitung war nicht von Konjunkturen geprägt. sondern ausgefüllt mit der Beseitigung der schweren Kriegs- und Nachkriegsschaden. Die NE - Metallhalbzeugwerke in Zuffenhausen und Kornwestheim waren nach 13 direkten Luftangriffen schwer getroffen und die Metallvorräte beschlagnahmt. Dennoch wagte es Dipl. -Ing. Alfred Kreidler in Neuland vorzustossen und durch Diversifikation das Unternehmen - auch im Interesse aller Beschäftigten – auf eine breitere Basis zu stellen.

(Alfred Kreidler wagte es, ein Produkt zu produzieren, was Kreidler bisher noch nicht produziert hat. Damit verbreiterte er das Produktangebot, die Firma bekommt eine breitere Basis und die Arbeiter freuen sich, weil sie mehr Arbeit haben)


Da er sich über Jahrzehnte mit dem Fahrzeug- und Motorenbau beschäftigt hatte -heute würde man sagen, es war sein Hobby - liess er Marktuntersuchungen durchführen. die rasch zeigten. Dass ein Bedarf an richtig motorisierten Zweirädern bestand. Eine Marktlücke gab es vor allem in der 50er-Klasse. die ja erst im Entstehen war .


Die ersten Prototypen, deren Entwicklung und Konstruktion Dipl. -Ing. Kreidler selbst leitete, wurden in härtesten Versuchsfahrten auf Motorleistung, Fahreigenschaften, Verschleissfestigkeit, Verbrauch usw. erprobt. So wurde u.a. vom 17.9. bis 6.10.1950 eine Schweizer Alpenfahrt gestartet auf der 3 K 50 mit 100 kg Last auf einer Strecke von 3. 000 km 31 Alpenpässe - jeden von beiden Seiten - mit Steigungen von mehr als 20 % überquerten.

Zur Teststrecke gehörte auch der Passo dello Stelvio mit 2.761 m die höchste Passstrasse Europas. Abschluss der Versuchsreihe war eine 10.000 km-Nonstop-Fahrt im Januar 1951 auf der Solitude-Rennstrecke.

Auf dem Internationalen Automobilsalon vom 8. bis 13. März 1951 in Genf wurde die "KREIDLER K 50" zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt; im Herbst des gleichen Jahres (28.10. bis 4.11.1951) wurde sie auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung in Frankfurt ein durchschlagender Erfolg.

lm Juli 1951 wurde -zunächst im heutigen Werk 1 in Zuffenhausen - mit der Serienfertigung begonnen und schon im Dezember lief die tausendste K 50 vom Band; am 29.1.1953 war das zehntausendste Fahrzeug fertiggestellt. Um die vom Markt geforderten höheren Produktionszahlen erreichen zu können liess Dipl. -Ing. Kreidler bereits 1952 im Werk 3 in Kornwestheim auf einem Baugrund von 5.489 qm eine Halle errichten in der die damals wohl modernste und rationellste Motorradfabrik Europas entstand. Die Planung der Gebäude und der maschinellen Ausrüstung einschliesslich der Fliessbandfertigung lag in seiner Hand.

(Alfred Kreidler plante selbst die neue Fabrik, die notwendigen Maschinen und die Fertigung am Fliessband)


Von Anfang an auf 50-ccrn-Maschinen spezialisiert, haben die KREIDLER-Fahrzeugwerke die Entwicklung dieser Klasse in grossem Masse beeinflusst. Die 50-ccm-Motoren eigener Konstruktion und Fertigung wurden das Herz verschiedener Modelle. die in wenigen Jahren die Strassen vieler Länder der Welt eroberten. Dipl. -Ing. Kreidler wurde mit seinen engsten Mitarbeitern so zu einem Pionier des Motorradbaus. Infolge der starken Nachfrage und der verbreiterten Typenpalette musste die Kapazität bald wieder erweitert werden. Nachdem 1955 in Zuffenhausen die Grundstücke und Gebäude des Werkes 2 erworben werden konnten. wurde die Produktion dorthin verlegt. Die Beschäftigtenzahl stieg bereits 1955 auf über 400 Mitarbeiter und es wurden im gleichen Jahr 24.591 Maschinen verkauft, 32 % davon ins Ausland.

In der Krise der deutschen Zweiradindustrie. in der zweiten Hälfte der 50er-Jahre Bind zahlreiche Konkurrenten aus dem Wettbewerb ausgeschieden. KREIDLER - Motorräder konnten demgegenüber aufgrund ihrer ausgereiften technischen Konzeption ihre Marktstellung nicht nur halten, sondern ausbauen und festigen.

Von Anbeginn Bind zahlreiche Modelle entwickelt und geschaffen worden. die den jeweiligen Stand der Technik in der ganzen Branche massgeblich gefordert und bestimmt haben. Ausgehend von dem Urtyp aller 50-ccm-Motorfahrzeuge in Europa, der KREIDLER K 50, die mit 2 Gängen, schaltbar ohne zu kuppeln, bei 2.2 PS Leistung 55 km/h fuhr, ging bereits 1953 die K 51, das erste Kleinkraftrad der Welt, in die Produktion. Dem damaligen Trend folgend wurde es auch als Kleinroller hergestellt und vertrieben.

1954 änderte der deutsche Gesetzgeber die Führerscheinregelung so dass neue Fahrzeugtypen wesentlich leichterer Ausführung gebraucht wurden: Die Typen J 50 und J 51 mit 1.5 PS kamen heraus

FLORETT - die 2. Fahrzeuggeneration

Das Jahr 1956 brachte eine Beruhigung der gesetzlichen Aktivitäten, so dass an die Entwicklung einer ganz neuen Fahrzeugreihe herangegangen werden konnte mit dem Ziel, ein Kleinkraftrad „aus einem Guss“, also kein „hochgepäppeltes“ Moped, zu schaffen.

(Die Florett sollte kein frisiertes (getuned, hochgepäppelt) Moped werden, sondern eine Neuentwicklung, für die jedes Teil neu gemacht wurde und nicht wie bei den anderen Herstellern viele Teile vom Moped verwendet werden. Ein neuer „Guß“, kein Stückwerk)

Zur IFMA 1956 wurde das KREIDLER - Florett vorgestellt. Es war zur damaligen Zeit für die ganze Branche eine richtungweisende Neukonstruktion mit verschaltem, gebläsegekühltem 50-ccm-Motor und selbsttragendem Fahrzeugrahmen. Der Motor leistete 3 PS, hatte ein 3-Gang-Getriebe und vermittelte dem Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 65 km/h. Diese Maschine blieb in ihrer Grundkonzeption lange Jahre die tragende Säule der KREIDLER-Fahrzeugwerke. Sie war für die Konkurrenz im In- und Ausland richtungweisend Man kann das Florett ohne Überheblichkeit als Vater des Kleinkraftrades bezeichnen.

Nachdem die Technik in punkto Zuverlässigkeit und Fabrikationsgenauigkeit gemeistert war, folgten in kurzen Abstanden Ausrüstungs- und Komfortverbesserungen sowie Leistungserhöhungen. Aus dem Getriebe mit 3 Gängen wurden solche mit 4 und 5 Gängen; den handgeschalteten Getrieben folgten die fussgeschalteten; die Leistung wurde von 3 PS auf 3,6/4,2/5,2 und 6,25 PS gesteigert.

Die gesetzlichen Anforderungen der Abnehmerländer sind so differenziert, dass es heute Florett mit 30, 40, 45, 65 und 85 km/h Endgeschwindigkeit gibt. Dazu Getriebe mit 3, 4 und 5 Gängen, die Motoren mit Gebläse- und Fahrtwindkühlung, die Fahrgestelle mit ausgeklügelter hydraulisch gedampfter Federung für Solo- und Soziusbetrieb, vom einfachen Scheinwerfer bis zum Cockpit mit Drehzahlmesser. Die elektrische Anlage bedient sich bereits elektronischer Bauelemente.

Das Spitzenmodell RS steht in Ausrüstung und Ausstattung einem Motorrad mit 250 ccm Hubraum in nichts mehr nach. Klein ist nur der Hubraum geblieben.

In den letzten Jahren arbeitete die Entwicklungsabteilung verstärkt daran. KREIDLER - Fahrzeuge noch umweltfreundlicher zu gestalten.

Nach nochmaliger gesetzlicher Änderung der Führer scheinbestimmungen wurde die Produktion und Lieferung von Mofas aufgenommen. deren Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt ist. so dass sie von 15jahrigen führerscheinfrei gefahren werden dürfen. Es werden 2 Versionen angeboten. ein 2-Gang. vollautomatisches und ein 3-Gang handgeschaltetes Fahrzeug.

Aktive, erfolgreiche Sportbeteiligung

Die Basis für die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Maschinen bildeten nicht zuletzt die Erfahrungen, die die KREIDLER - Ingenieure bei der Teilnahme am Motorsport gesammelt haben. Die Fahrzeuge erwiesen sich als so zuverlässig und standfest, dass damit schon im Jahre 1959 in den Motorsport eingestiegen werden konnte. Sowohl im Gelände als auch im Trialsport und in späteren Jahren im Strassenrennsport lieferte KREIDLER den Tauglichkeitsbeweis der 50 – ccm - Klasse. Unzählige Sporterfolge bei nationalen und internationalen Veranstaltungen sowie bei den internationalen 6-Tage-Fahrten und bei den Weltmeisterschaftsrennen sind eine Bestätigung dafür.

Seit 1971 haben KREIDLER - Fahrer viermal die Fahrer- sowie fünfmal die Markenweltmeisterschaft für Strassenrennen in ununterbrochener Folge errungen.

Das überragende Ereignis war für die KREIDLER - Fahrzeugwerke. seine Ingenieure. Techniker und Spezialisten zweifelsfrei die Weltrekordfahrt im Spätherbst 1965 auf dem Salzsee in Utah/USA. Rudolf Kunz hat dort am 23. Oktober 1965 die Weltrekordmarke über 1 Meile bei fliegendem Start von 196 km/h auf 210.634 km/h heraufgesetzt. Dabei erzielte er auf der Rückfahrt den bis dahin für ein 50-ccm-Fahrzeug für unmöglich gehaltenen Schnitt von 225.342 km/h.

Die Rekordmaschine wog 52 kg, war ein in Windkanalversuchen abgestimmter Stromlinienkörper mit einem Widerstandsbeiwert von 0. 14 und einer Stirnfläche von 0.25 qm. Um die Motorkühlung nicht zu Lasten des Luftwiderstandes auslegen zu müssen, wurde eine Eiskühlung verwendet. Ein auf Florett-Basis abgewandelter Motor wurde mit Alkohol betrieben, durch einen Kompressor aufgeladen und mit einem elektrisch schaltbaren 18-Gang-Getriebe ausgestattet. Der Motor brachte die zur damaligen Zeit enorme Leistung von 15 PS bei 15. 000 Umdrehungen. was einer Literleistung von 300 PS entspricht. Rechnerisch war eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h erreichbar, was die Rekordfahrten dann auch bestätigt haben.

Dieser Weltrekord ist bis heute unangefochten.

Die Leistung der Strassenrennmaschine stiegen von anfangs 6.5 PS auf fast 22 PS. Sie erzielen heute Geschwindigkeiten von 200 km/h. Die Leistung von über 400 PS/Liter liegt zweieinhalbmal so hoch wie die der heutigen Formel 1 Rennwagen. Den Fahrern solcher Wunderwerke wird schon einiger Mut abgefordert.

Die Entwicklung im Hause KREIDLER wird nicht zuletzt auch durch die vielen Erfindungen gekennzeichnet die die Garanten für den ständigen technischen Fortschritt in den vergangenen Jahren waren. 46 Schutzrechte wurden vom Deutschen Patentamt erteilt. lm Ausland wurden insgesamt 363 Patente zuerkannt.

Aktuelle Zahlen und Daten

Heute beschäftigen die KREIDLER-Fahrzeugwerke rund 500 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz wird 1976 die 70 Millionen-Grenze überschreiten.

Der stückzahlmässige Inlandsumsatz stieg im ersten Halbjahr 1976 gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 1975 um 29 % bei den führerscheinfreien Mofas sogar um 48 % .Bei den "Flory" -Modellen bestehen heute Lieferfristen von 5 Monaten.

Insgesamt fertigt KREIDLER nahezu jedes dritte Moped, Mokick und Kleinkraftrad das im Bundesgebiet produziert wird.

Das Lieferprogramm umfasst vier Grundtypen und 52 Modellvarianten, alle mit 50-ccm-Motoren.

Bedeutung der 50-ccm-Klasse für den Verkehr

Die flinken Zweiräder mit den 50-ccm-Motoren werden oft nur als Freizeitspass oder Hobby-Geräte der Jugend angeschaut. Zu bedenken ist aber dass die kleinen Maschinen weltweit für Millionen Menschen der erste Schritt zur Motorisierung sind. Auf ihnen wird der Umgang mit PS und das Verhalten im Strassenverkehr geübt. Die Lernfunktion ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Plaats reactie