Kreidler K53M 1957 - Tritt Mal Wieder (2009)

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Maarten
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Kreidler K53M 1957 - Tritt Mal Wieder (2009)

#1 Bericht door Maarten » 20 jan 2019, 05:19

Kreidler K 53 M ZWEIRAD


Bron: OLDTIMER MARKT 12/2009
Text: Manfred Nabinger
Fotos: Stephan Lindloff
redaktion@oldtimer-markt.de

Scan: RuudvanWijk


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Ein Kleinkraftrad mit Pedalen? Klingt wie ein Widerspruch in sich, wurde aber tatsächlich von Kreidler hergestellt


Kleinkrafträder von Kreidler gelten auch heute, ein Vierteljahrhundert nach dem Konkurs des Unternehmens, immer noch als Inbegriff der sportlichen Fünfziger. Das Florett besitzt den Nimbus einer Fast zeitlosen Konstruktion. Wir haben ein wenig in der Historie gekramt und sind auf ein Florett der etwas anderen Art gestoßen: Es ist zwar mit Pedalen ausgerüstet, aber weder Moped noch Mofa


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Der Kreidler-Aufkleber mag nach 50 Jahren abblättern, der Nimbus des Florett bleibt unbeschadet

Der Name der schwäbischen Firma Kreidler ist mit der 50-Kubik-Klasse verbunden wie kaum ein anderer. 1950 gab das Stuttgarter Unternehmen sein Debüt in der Zweiradszene. Unter dem Namen K 50 präsentierte man eine solide und wohldurchdachte Fünfziger. Kreidler hatte sich in der Metallbranche als Hersteller von Drähten und NE-Metallen seit 1903 einen Namen gemacht und wagte sich nun auf den viel versprechenden Zweiradsektor. Firmenleiter Alfred Kreidler hatte bereits in den zwanziger Jahren bei der Konstruktion des Motorrades PAN mitgewirkt, bevor er sich wieder Drähten und Stangen zuwandte. Das neue Kleinmotorrad war 1950 nach langen Tests und Probefahrten in Produktion gegangen. Es verfügte über einen Rohrrahmen mit Durchstieg, eine Telegabel, einen Zweigang-Zweitaktmotor, Pedalantrieb und 26-ZollRäder. Kreidler stellte damit als erster eine Ablösung für die alten 98-ccm-Motorfahrräder zur Verfügung. Diese Gattung war bereits Anfang der dreißiger Jahre entstanden und konnte sich noch noch bis Anfang der Fünfziger halten. Während der etwa 20-jährigen Produktionszeit der Motorfahrräder waren etwa 1,5 Millionen dieser Fahrzeuge in den Verkehr gekommen. Es handelte sich also um einen nicht zu vernachlässigenden Markt. Zielgruppe waren Leute ohne sportliche Ambitionen, die ein reines Gebrauchs-fahrzeug suchten, dessen Handhabung sich stark am Fahrrad orientierte. Bei den Motorfahrrädern (damalige Abkürzung: Mofas) handelte es sich ausdrücklich nicht um Fahrräder mit Hilfsmotor, sondern um Komplettfahrzeuge, die etwa 60 km/h schafften, über Zweiganggetriebe verfügten, große 26-Zoll-Räder und einen Pedaltrieb besaßen, der aber vor allem zum Starten gedacht war. International sah man ab 1949 für Fahrzeuge dieser Kategorie ein Hubraumlimit von 50 Kubikzentimeter vor. Kreidler war also mit seiner Konstruktion voll auf der Höhe der Zeit. Und schon einige Schritte weiter als Behörden und Gesetzgeber in der Bundesrepublik Deutschland. Die brauchten bis 1953, bevor sie das gesetzlich geregelt bekamen. Und was dann festgelegt wurde, konnte Kreidler nicht freuen: Zwar war das Mindestalter auf 16 Jahre abgesenkt worden, kein Führerschein und keine Geschwindigkeitsbegrenzung vorgeschrieben, dafür aber ein Höchstgewicht von 33 Kilogramm festgesetzt. Die K 50 lag mit 47 Kilogramm deutlich über diesem Limit.


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Der drei PS starke Motor entsprach der Florett K 54, warum parallel diese Bauart mit Pedalen aufgelegt wurde, ist unbekannt

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Fußpedale zum Antreten des Motors waren eigentlich Mopeds und Mofas vorbehalten. Unser Fotomodell dürfte ein Versuchsballon gewesen sein, der schnell wieder ad acta gelegt wurde. Ein Jahr später entstand die K 53 mit schwächerem Motor als Moped

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Fahrgestellnummer „02", Baujahr 1957, Typ K 53: diese Daten lassen Kreidler-Experten aufhorchen. Das „Pedal-Florett" wurde im Juli 1957 gebaut, Kreidler ließ sogar eine Allgemeine Betriebserlaubnis erstellen


Kreidler reagierte auf die Moped-Herausforderung mit einer interessanten Doppelstrategie. J 50 Junior hieß das neue, 33 Kilo leichte Eingang-Moped mit neuem Rahmen und vereinfachtem K50-Triebwerk, das ab 1954 ungefedert oder mit einer einfachen Gabel erhältlich war. Zum anderen verfolgte man die Linie des Klein-motorrades konsequent weiter. Kreidler rüstete die „überschwere" K 50 auf Fußrasten und Kickstarter um. Das Zweirad war damit kein Motorfahrrad mehr, sondern ein Kleinmotorrad. Dazu benötigte man 1953 noch den Führerschein der Klasse IV bis 250 Kubikzentimeter. Im Jahr darauf hatte sich — wohl auch im Hinblick auf Fahrzeuge wie Kreidlers K 50 — diese Führerschein-Klasse aber stark verändert: maximal 50 Kubikzentimeter, keine Geschwindigkeits- oder Gewichtslimits, Mindestalter 16 Jahre, einfaches Prüfungsverfahren. Der Käuferkreis von Kreidlers K 50 war damit beträchtlich erweitert worden, und die Schwaben konnten sich rühmen, Vorreiter auf diesem Gebiet gewesen zu sein. Bis ins Jahr 1956 hielten sich die Verkaufszahlen der Kreidler-Mopeds und der ungedrosselten „Kleinkrafträder" in etwa die Waage. Aber dann begannen sich die Mopeds in Deutschland den Kleinmotorrädern konstruktiv immer stärker anzu-gleichen. Den Anfang bildeten die Sport-mopeds, inspiriert von italienischen Fahr-zeugen und nach Deutschland erstmals von der Nürnberger Firma Mars importiert. Sie peilten als Zielgruppe vor allem männliche Jugendliche an, die gerne ein schnell Motorrad fahren wollten, sich aber mit einem Moped begnügen mussten. Also rüstete man dieses mit Rennlenker und Sporttank aus. Kreidler sah diese Entwicklung natür-lich auch, lieferte seinen Beitrag dazu aber eher auf technischer denn auf Design-Ebe-ne. Die Fünfziger der Schwaben sollten das halten, was die Sportmopeds anderer Hersteller nur versprechen konnten. 1956 wurde in Form der „Florett" der Grund-stein dazu gelegt. Ausgangspunkt war ein Moped-Roller mit liegendem Motor nach einer Anregung von Alfred Kreidler. 1957 hatte Kreidler-Chefkonstrukteur Hilbert daraus ein ungedrosseltes Kleinkraftrad entwickelt, das schließlich für 758 Mark bei den Händlern stand. Florett K 54 lautete die offizielle Firmenbezeichnung. Aus heutiger Sicht lesen sich die Daten alles andere als spektakulär, damals sorgte das Florett aber bei Publikum und Fachpresse für wahre Begeisterungsstürme. Kern der Konstruktion war der gebläsegekühlte Zweitakter. Im Gegensatz zum langhu-bigen Vorgänger war er mit 40 x 39,7 Millimeter fast quadratisch ausgelegt. Er leistete drei PS bei 5500 U/min und war mit einem handgeschalteten Dreigang-Getriebe (Klauenschaltung) kombiniert. Das Fahrzeug rollte auf 23-Zoll-Rädern, verfügte über Langschwingenfederung vorn wie hinten und brachte 72 Kilogramm auf die Waage. Die Höchstgeschwindigkeit ag bei getesteten 63 km/h, der Motor erwies sich dabei als absolut vollgasfest. Zwischen Tank und Sitzbank klaffte e-ne sichtbare Lücke — der Durchstieg, der noch deutlich ans Moped erinnerte und im Laufe der Jahre immer schmaler wurde, bis er schließlich ganz verschwand und damit auch die Lücke zwischen Kleinkraftrad und Motorrad geschlossen war. Die Entwicklungsstufen seien hier nur skizzenhaft genannt: Ab Ende 1958 gab es das Florett nur noch mit Doppelsitzbank — ein weiterer Schritt in Richtung Motorrad.
1960 wurde die Motorleistung auf 3,6 PS bei 6000 U/min gesteigert, ein Jahr später ermöglichten 4,2 PS 75km/h.
In eine völlig andere Richtung wies eine Florett-Variante, die zwischen 1957 und 1959 in wenigen Exemplaren, vielleicht sogar nur als Unikat, entstand. Statt eines Kickstarters wies diese Ausführung Pedale auf. Trotzdem handelte es sich nicht um ein Moped, denn das Fahrzeug verfügte über den gebläsegekühlten Motor Typ B15 mit drei PS bei 5500 U/min, der mit se-nem Dreiganggetriebe eine Höchstgeschwindigkeit von 62 km/h ermöglichte. Mopeds durften seit den neuen Verordnungen des Jahres 1956 nur maximal 40 km/ laufen.
Das Pedal-Florett federte wie das Schwestermodell mit feststehenden Fußrasten über eine Langschwinge vorn und eine hydraulisch gedämpfte Schwinge hinten. Die Bereifung maß vorn wie hinten 23 x 2.50, das Gewicht betrug satte 70 Kilogramm. Lackiert war die ungewöhnliche Kreidler in Vulkanrot/Fischsilber-schwarz
Die Betriebserlaubnis wurde am 11. Juni 1957 erstellt, am gleichen Tag wie die des Kickstarter-Floretts. Erhalten geblieben ist ein Fahrzeug mit der Seriennummer 7000002. Es handelte sich also um das zweite Fahrzeug der gesamten Florett-Reihe. Es wurde am 5. Juli 1957 gebaut und diente dann als Ausstellungsstück beziehungsweise als Vorführmaschine.
Unklar ist der Zweck dieser Konstruktion. Wollte Kreidler mit der Florett-Reihe neben dem sportlich-jungen Publikum auch noch einmal die Liebhaber der alten 98er Motorfahrräder ansprechen? Das Pedal-Florett entsprach in Fahrleistungen und Dimensionen diesen Vorgaben, aber Kaufinteressenten von Motorfahrrädern waren 1957 rar gesät, weswegen die tradi-tionellen Hersteller wie NSU oder die Fichtel & Sachs-Konfektionäre diese Bau-art auch nicht mehr lieferten. Oder ging es darum, für einen speziellen Exportmarkt das passende Modell bereitzuhalten? Ein entsprechender Kreidler-Prospekt für die Schweiz liegt zum Beispiel vor. Die dort beschriebene Ausführung ist aber im drit-ten Gang auf 40 km/h gedrosselt. Warum also ein ungedrosseltes Modell produzieren? Tatsächl ich begann Kreidler erst 1960, Floretts in die Schweiz zu verkaufen. Ge-gen eine Exportversion spricht auch die Tatsache, dass eine deutsche ABE erstellt (und 1959 wieder gelöscht) wurde. Wahrscheinlich handelte es sich bei der ungedrosselten Version um eine Art Versuchsballon, mit dem Kreidler die Reakti-on verschiedener Zielgruppen testen wollte. Für den deutschen Markt fiel dieser Test wohl negativ aus, denn anstelle der offenen Version erschien im Folgejahr das Florett mit schwächerem Motor als Moped.



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Typisch Kreidler: Das klauengeschaltete Dreiganggetriebe wurde über den Drehgriff am linken Lenkerende betätigt


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Öl tanken nicht vergessen: Der kleine Einzylinder verlangt nach 1:25-Gemisch. Die Schwaben gaben sogar eine unübersehbare Marken-Empfehlung


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70 Kilogramm, 65 km/h: Das Florett ist weit weg vom Fahrrad mit Hilfsmotor


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Geschlossene Linie: Die Verkleidungen des gebläsegekühlten Triebwerk passen ausgesprochen gut zum Schalenrahmen



Aus dem OLDTIMER-MARKT-Clubadressen-Verzeichnis*

1. Kreidler-Gemeinschaft Deutschland
Uwe Kerwien
Rosenweg 24c
D-21465 Reinbek
E-mail: kreidlerclub@t-online.de

IG Kreidler Wikinger
c/o Frank Stegemann
Am Stadion 17
D-24986 Satrup
Tel.: 04633/966040
Internet: www.kreidlerwikinger.de
E-mail: kreidler-museum@t-online.de

*Das umfangreichste Clubadressen-Verzeichnis des deutschsprachigen Raums (über 1000 Eintragungen) erscheint jährlich als herausnehmbare Sonderbeilage in der Januar-Ausgabe und kann jederzeit auf unserer Homepage (www.oldtimer-markt.de) eingesehen werden.



Technische Daten

Kreidler K 53 M
Motor: Gebläsegekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor mit liegendem Zylinder; Schlitzsteuerung
Hubraum: 50 ccm
Bohrung x Hub: 40 x 39,7 mm PS bei U/min: 3 bei 5500
Vergaser: Ein Pallas-Vergaser mit 14 mm Durchlass
Zündung: Schwunglicht-Magnetzünder
Schmierung: Gemischschmierung 1:25
Antrieb: Primärantrieb über schrägverzahnte Räder; Mehrscheiben-Kupplung im Ölbad; handgeschaltetes Dreiganggetriebe; Sekundärantrieb über gekapselte Rollenkette
Fahrwerk: Pressstahl-Schalenrahmen; vorn geschobene Langschwinge; hinten Zweiarmschwinge mit hydraulisch gedämpften Federbeinen
Reifen: vorn und hinten 23 x 2.50
Bremsen: vorn und hinten je eine 116-mm-Vollnabentrommel
Leergewicht: 70 kg
Verbrauch: 2 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
Baujahr: 1957
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Re: Kreidler K53M 1957 - Tritt Mal Wieder (2009)

#2 Bericht door Enzo-tvdzijden » 20 jan 2019, 18:43

Dit model zie je (te) weinig.

Enzo

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Re: Kreidler K53M 1957 - Tritt Mal Wieder (2009)

#3 Bericht door Joebiker » 20 jan 2019, 19:03

Deze heb ik gehad...verkocht #-o
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Re: Kreidler K53M 1957 - Tritt Mal Wieder (2009)

#4 Bericht door MichelVH » 20 jan 2019, 20:13

Een jongen van de Kreidlerjugend rijdt een rooie, exact dit model

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Re: Kreidler K53M 1957 - Tritt Mal Wieder (2009)

#5 Bericht door Zolenheuvel » 20 jan 2019, 23:33

Errag goed bâhjaah 1957 !

Groet Kees

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