Bahn Frei (1997)

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Maarten
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Bahn Frei (1997)

#1 Bericht door Maarten » 02 feb 2019, 16:28

Bahn Frei (1997)


Bron: Oldtimer Markt, augustus 1997
Text: Peter Mergelkuhl
Foto's: Beyer, Brüggemann, Archiv


Scan: Dion (superstar)


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Jungs eure Fünfziger. Ein Schnapsglas voll mit übermut: Die wilden 50er


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Bahn frei! Hier kommen die wilden Jungs auf Ihren 50ern


Wer hätte das ahnen können. Bessere Mopeds wollte man den 16jährigen zugestehen, als 1952 das Kleinkraftrad eingeführt wurde. 50 Kubikzentimeter ohne weitere Beschränkungen hieß die Vorgabe gut für 2,2 PS. Und was war 25 Jahre später daraus geworden? Vollwertige kleine Motorräder mit Scheibenbremsen, mindestens 6,25 PS stark und gut 90 km/h schnell. Genau das richtige für den flotten Auftritt zwischen Schulhof, Disco und Baggersee. Wir blenden zurück in den Sommer 1977.


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Treffpunkt Marktplatz. "100 Sachen? Das glaubst Du doch selbst nicht."

Gaaaas ! Heiner Hemkendiek verkriecht sich hinter Tacho und Drehzahlmesser. Noch tiefer runter! Längst klebt der Gasgriff am Anschlag. Die eine Nadel steht auf 95, die andere tanzt um die 10.000er Markierung. Und im Rückspiegel klemmt diese lästige Zündapp, die einfach nicht kleiner wird. Die Ellbogen noch enger zusammen, 97, 98, die Füße auf die hinteren Rasten. Es wäre doch gelacht, wenn der Tacho nicht auf 100 käme.
Das Ortsschild fliegt heran. Anstandshalber nimmt Heiner kurz Gas weg, stellt den linken Fuß wieder nach vorn und schaltet runter in den vierten. Ein Blick in den Spiegel. Nutzt Ralf auf der Zündapp die Chance zur Attacke? Nein, der Mann ist fair, geht auch runter auf ein citytaugliches Tempo von 75. Jetzt taucht aus einer Seitenstraße ein gelbes Etwas auf und hängt sich hinten dran. Das muß dieser Typ aus der Parallelklasse mit seiner Kreidler Florett sein. Nicht langsam, die Mühle, aber den Vorsprung muß er erst einmal aufholen ! Was ist mit der Oma da vorn? Will die etwa über die Straße? Mist, das wird eng. Nein, sie zuckt freiwillig zurück. Puuuh, Glück gehabt. Aus dem Augenwinkel sieht Heiner, wie die Alte mit ihrer Handtasche fuchtelt und über die „Rocker auf ihren Mopeds" schimpft. Was kann er denn dafür, daß der Gesetzgeber ihm und allen anderen 16jährigen nur 50 Kubik zugesteht? So kleine Motoren müssen eben ordentlich jubeln, damit es vorwärts geht.


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So, jetzt voll in die Eisen, links herum und im zweiten Gang die Auffahrt zum Jugendzentrum hoch. Heiner bockt als erster seine Hercules auf. Gewonnen! Aber cool bleiben, ganz locker tun — als ob es nichts Besonderes wäre. Er ist früh dran, die Disco läuft noch nicht auf vollen Touren, aus der offenen Tür dröhnt Suzie Quattros „Devil Gate Drive". Unter den Bäumen parkt die übliche Mischung aus Kleinkrafträdern, Mokicks, Mofas und Fahrrädern. Nichts dabei, was mit seiner feuerroten Hercules Ultra mithalten könnte. Da drüben steht auch Karin, die neue in seiner Klasse. Heute wird er endlich den Mut finden, sie anzusprechen. Ganz bestimmt! Verstohlen schaut sie rüber. Ob sie ihn mustert oder den Bock? Ist ja eigentlich auch egal.
In diesem Moment ist Heiner mal wieder froh, daß er sich für den Hercules-Feuerstuhl entschieden hat. Der knallrote Lack mit den gelben Linien macht schon mächtig was her, dazu die kleine Cockpitverkleidung aus Polyester, die sportliche Sitzbank ohne den lästigen Halteriemen und der hochgezogene schwarze Auspuff: Einen echten kleinen CaféRacer haben die Hercules-Leute in Nürnberg da auf die Grimeca-Gußräder gestellt.


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Sicher, Heiners Vater hat heftig geschluckt, als er das Preisschild von 3462 Mark gesehen hat und wahrscheinlich den Tag verflucht, an dem er versprach, seinem Filius zum 16. Geburtstag einen Traum auf zwei Rädern zu erfüllen. Aber Hemkendiek senior mußte wohl oder übel einsehen, daß die Kleinkrafträder zu Beginn des Jahres 1977 die 3000-Mark-Grenze locker übersprungen haben: 3320 Mark für die neueste Kreidler, 3159 Mark für die schnelle Puch Monza 6 SL im schwarz-goldenen Zigaretten-Look, 3220 Mark für eine wassergekühlte Zündapp KS 50. Ob Heiner nicht vielleicht eine Hercules K 50 RL in Erwägung ziehen würde, die es ja schon für 2925 Mark gibt? Bloß nicht! Bei der führt ja eine geschobene Schwinge das Vorderrad, und Heiner hat gelesen, daß die sich beim Bremsen aufstellt. Wie unsportlich! Bei Vaters Vorkriegs-BMW mag das ja noch akzeptabel gewesen sein...
Eigentlich wollte Heiner sich ja eine Maico MD 50 in die Garage holen. Die MD sieht zwar nicht gerade hübsch aus, aber sie kommt mit einem echten Doppelschleifenrahmen daher, mit Sechsganggetriebe und Drehschieber. Hat Heiner im Motorrad-Katalog gelesen. Weiß der Himmel, was ein Drehschieber ist, aber es klingt doch zumindest sehr sportlich. Aber der spendable Senior sprach ein Machtwort: „Maico? Die haben doch überhaupt kein richtiges Händernetz." Also ein Modell der großen Drei: Zündapp, Kreidler oder Hercules beherrschen diese letzte Bastion deutschen Motorradbaus. Sie kommen zusammen auf 80 Prozent Marktanteil, die Konkurrenten aus Italien, Österreich und Japan haben höchstens Außenseiter-Chancen. Hmmm, Österreich? Die Puch gelten als unerhört stark und können auf der Straße ihre sechs Gänge aussspielen.






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Kreidlers legendärer „Rennsatz" — so sah ordentliches Tuning aus: Zylinder und -deckel samt Fußdichtung, Spezialitäten aus den Häusern Mahle und Dell'Orto, Auspuff, Rennkerze, Ritzel, Düsen.



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Münchner Markenzeichen: Zündapp (KS 50 wc von 1976) setzte früh auf „Wasserspülung"
Traumwelten in Hohglanz: Tempo machen und Mädels aufreißen -- die Werbeleute hatten schnell kapiert, worauf es wirklich ankommt im Leben


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KTM lockt hingegen mit Sachs-Power und Vollausstattung. Wieder das Veto vom Senior: Wenn schon soviel Geld ausgeben, dann für ein einheimisches Produkt.
Nein, bitte keine Zündapp. Das Top-Modell hat zwar schon seit 1972 Wasserkühlung und darf somit als äußerst fortschrittlich gelten, andererseits sind die Münchner Produkte aber für ihre langen Schaltwege verschrien. Das kommt vom Ziehkeilgetriebe, hat Heiner irgendwo gelesen, und genügt auf gar keinen Fall den sportlichen Ansprüchen eines 16jährigen Barry-Sheene-Fans. Vielleicht Kreidler? Die Schwaben haben nun zwar mit einem Jahr Verspätung auch eine Scheibenbremse im Angebot, aber irgendwie ist die Florett nicht so der Hit: Preßstahlrahmen seit ewigen Zeiten (Sie haben es erraten: nicht sportlich genug) und die fehlenden Rahmenunterzüge, das sieht zu sehr nach Moped aus.
Also die Hercules Ultra. Die ist nun wirklich sportlich genug, hat sogar zwei Scheibenbremsen im Vorderrad, ganz wie Barry Sheenes 500er-Werks-Suzuki. Der Sachs-Motor wirkt mit seinen übergroßen Kühlrippen mindestens wie ein 500er und überzeugt mit seiner hunderttausendfach bewiesenen Zuverlässigkeit auch den skeptischen Vater. Daß die Rahmenunterzüge ohne jede tragende Funktion nur angeschraubt sind und daß im Fünfganggetriebe auch ein Ziehkeil werkelt, stört Heiner nicht im geringsten — das hat er nämlich nirgendwo gelesen.
Keine Frage, die Hercules ist das Nonplusultra. Heiner bleibt unbeirrt, da kann sein älterer Bruder Lars tausendmal von seiner ehemaligen Kreidler schwärmen. Daß ein gewisser Rudolf Kunz 1965 auf Kreidler einen fantastischen Weltrekord von sage und schreibe 210 km/h hinknallte, hat Heiner schon hundertmal gehört. Oder die Geschichte von der Schnellfahrt Hamburg-Wien, die zwei junge Florett-Fahrer 1969 eine halbe Stunde fixer als der D-Zug hinter sich brachten.
Zugegeben — klingt alles recht sportlich, aber das sind doch uralte Kamellen. „Das waren damals noch Mopedle", pflegt der große Bruder zu seufzen. Wovon er komischerweise nie spricht, sind die abvibrierten Fußrasten, verlorenen Auspuffendstücke, gerissenen Tanks und undichten Getriebe, mit denen sich die 50er-Fahrer vor noch gar nicht allzu langer Zeit ständig herumplagen mußten. Auch von karierten Hosen mit mächtig Schlag, knielangen Kunstleder-stiefeln und knallgelben Hosen-anzügen ist nie die Rede. Aber Heiner hat die alten Zündapp-Prospekte auf dem Speicher gese-hen ... Lachhaft
Immerhin durfte der große Bruder noch ganz ohne Helm aufs „Mopedle" steigen, und das macht Heiner schon ein bißchen neidisch. Seit dem 1. Januar 1976 gibt es nun die Helmpflicht. Hemkendiek junior hat das beste draus gemacht und seinen Kangol Gladiator schwarz lackiert und mit einem Donald-Duck-Aufkleber verziert. Genau — ganz wie Barry Sheene.

Was, Spritzgußhelme darf man nicht lackieren? Lächerliches Gerede von ein paar spießigen Erwachsenen ...
Ein ohrenbetäubender Krach reißt Heiner aus seinen Gedanken. Gerold kommt mit seiner „getunten" ,Neckermann-Garelli angeknattert. Gegen seinen offenen Auspuff haben die Status-Quo-Bässe, die von der Tanzfläche hinausschallen, keine Chance. Gerold hat den Schall-dämpfer-Einsatz herausgenommen und kommt sich jetzt mächtig schnell vor: „In so einem Motor muß doch mehr drin stecken als sechs-einviertel PS". Das stimmt zwar — Heiner weiß von seinem Bruder, daß schon vor zehn Jahren ein käuflicher Kreidler-Rennmotor 12,5 PS brachte —, aber Dietmars frisierter Kaufhaus-bomber geht nicht einen Deut schneller als seine Ultra. Das haben sie erst gestern auf dem Rückweg vom Kino wieder festgestellt. Bei der Gelegenheit hat Heiner gleich auch noch Huberts Hercules Sprint „abgeledert". Dabei hatte Hubert sich doch eine Frisieranleitung aus den Kleinanzeigen bestellt. „Ansaugstutzen verkürzen" steht da und „Spülkanäle erweitern". Exakte Maße fehlen zwar, aber auf den beigelegten Freihandzeichnungen kann man ja sehen, wieviel Material weggefeilt werden muß. Ungefähr jedenfalls. Offenbar hat er dann des Guten ein bißchen zu viel getan, die Sprint zieht jedenfalls nach der „Leistungskur" mit der Feile keinen Hering mehr vom Teller. Peinlich, peinlich.
So langsam füllt sich der Parkplatz. Fast jeder Neuankömmling hat atemlos eine Geschichte zu erzählen: Wie die Polizei gerade ganz dicht hinter ihm ... Aber wundersamerweise sind alle noch einmal entkommen, die Stellen, wo es für einen Streifenwagen zu eng wird, sind ja stadtbekannt. Auffällig viele der schnellen Renner haben ein kleines Versicherungskennzeichen am Heck. Diese Mokicks, die mit dem Führerschein Klasse Fünf gefahren werden dürfen und offiziell nur 40 km/h laufen, sind seit ungefähr einem Jahr der Renner. Die Versicherungen verderben nämlich immer mehr 16jährigen den Spaß am echten „Klasse-Vier-Kleinkraftrad" ohne Leistungsbegrenzung: Haftpflicht und Teilkasko schlagen mit gut 1000 Mark pro Jahr zu Buche. Die horrenden Prämien kommen nicht von ungefähr: 300 von 1000 Kleinkraftradfahrern seien jährlich in einen Unfall verwickelt, hat Heiners Vater gestern aus der Zeitung vorgelesen. Die Versicherungsgesellschaften präsentieren den Jugendlichen die Rechnung für ihre Unerfahrenheit und Risikobereitschaft. 40.000 Kleinkrafträder sind 1976 in Deutschland verkauft worden, nun beklagen die Hersteller einen Absatzrückgang von 30 Prozent. Natürlich laufen nicht alle Mokicks tatsächlich nur 40 Sachen. Da wär' ja der Spaß dahin. Kolben und Zylinder aus der „Klasse Vier" passen bei den meisten Marken ohne Probleme, dazu noch Vergaser, Auspuff und Übersetzung angepaßt, und schon rennt die Mühle so schnell wie jedes echte Kleinkraftrad. Heiner kennt da so einige „Experten" in seiner Clique.
Problemloses Frisieren per Baukasten ist auch für die wenigen Besitzer einer Honda SS 50 ein ganz heißes Thema. Nostalgisch angehauchte Technikfans geraten beim einzigen Viertakt-Kleinkraftrad regelmäßig ins Schwärmen: „obenliegende Nockenwelle, Nenndrehzahl 10.500 U/min, das ist ja fast wie bei der Weltmeistermaschine von 1965". Leistungshungrige Jungs wie Heiner können diese Begeisterung nicht ganz verstehen. Für sie zählt nur eines: Schlappe 5,1 PS hat das Japan-Bike, eine Karre für Verlierer! Und genau darum haben fast alle Honda-Besitzer längst den 70-Kubik-Satz montiert, der von Exportmodellen stammt, problemlos auf die „deutsche" Honda paßt und so richtig schön unauffällig ist. Hubraum ist eben durch nichts zu ersetzen.
„Mit so einer frisierten Kiste fährst Du ohne Zulassung und Versicherungsschutz", hat Hemkendiek senior seinem Junior eingetrichtert und vorbeugend einen Handel vorgeschlagen: Vatern finanziert das echte Kleinkraftrad einschließlich Versicherungsprämie und Sohnemann läßt die Feile im Werkzeugkasten. Bis heute hat Heiner sich daran gehalten — wenn es auch manchmal schwerfällt.
Der DJ hat sich mittlerweile auf die Stones eingeschossen. Heiner nimmt den rot-schwarzen Kunstleder-Nierengurt ab und schlendert ins Jugendzentrum. „I can' t get no ..." röhrt Mick Jagger in den lauen Sommerabend. Wo steckt eigentlich Karin?
Es ist spät geworden. Kurz nach Mitternacht kickt Heiner die Ultra an- und jagt mit schleifender Kupplung hinaus auf die Hauptstraße. Die 50er braucht nun einmal mindestens 6000 U/min zum Anfahren, darunter geht gar nichts. Die Leistungsausbeute von mehr als 127 PS pro Liter Hubraum fordert eben ihren Tribut. Aber es ist ja sinnlos, das den erzürnten Nachbarn zu erklären. Die würden auch nicht glauben, daß die Kleinkrafträder mit ihrem gesetzlichen Geräuschlimit von 79 dB (A) tatsächlich alle Autos und Motorräder unterbieten — die hohen Zweitaktfrequenzen klingen in den Augen der zahlreichen Nicht-Baay-Sheene-Fans einfach zu unangenehm. Und daran wird die ganze 50er-Herrlichkeit letztendlich zugrunde gehen: ab 1981 werden die 16jährigen zwar mit 80 Kubik fahren dürfen, sich aber mit 6000 U/min und Höchsttempo 80 zufrieden geben müssen. Aber das wird Heiner nicht mehr interessieren. Er wird dann nämlich schon stolzer Besitzer einer Yamaha RD 350 sein. Nur Karin, die wird lieber bei Hubert im Golf GTI mit Sportauspuff mitfahren.
Man kann nicht alles haben ...




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Sachs: Eingegossene Stege sollten beim Sachs-Motor das Schwirren der Kühlrippen vermindern
Zündapp: Kennzeichen Wasserkühler: Zündapp setzte schon 1972 auf den dämpfenden Wassermantel
Kreidler: Typisch Kreidler Florett: der liegende Motor mit gut gekühltem Zylinderkopf


Freiwillige Selbstkontrolle

Kreidler war am schnellsten: 1953 kam mit der K51 das erste Angebot in der neuen Kleinkraftradklasse auf den Markt. 1956 tauchte die erste Florett mit liegendem Zylinder und Schalenrahmen auf; eine Bauweise, die über die Jahrzehnte bis zur Perfektion weiterentwickelt wurde. 1970 standen auf der IFMA erstmals 50er-Motoren mit 6,25 PS. Das bedeutete eine ungeheure Literleistung von 127 PS/1000 ccm — was vor wenigen Jahren noch reinen Rennmotoren vorbehalten war, lief jetzt serienmäßig vom Fließ-band! Die deutschen Hersteller, die in der 50er-Klasse ihre letzte Bastion gefunden hatten, einigten sich in einem „Gentleman-Agreement" darauf, das Wettrüsten nicht weiter zu treiben. Um drohenden politischen Beschränkungen zu entgehen, froren sie den Stand der Technik bei 6,25 PS und fünf Gängen ein. Auch im Detail herrschte offenbar Einigkeit zwischen Sachs, Kreidler und Zündapp: Die schlitzgesteuerten Zweitakter wurden allesamt von einem Bing-Kolbenschiebervergaser befeuert, waren leicht langhubig ausgelegt, und vertrauten auf Mischungsschmierung im Verhältnis 1:25. 1971 zeigte Kreidler den neuen „Cinemascope"-Zylinder mit überdimensionierten Kühlrippen und nikasilbeschichteter Lauffläche. Zündapp konterte 1972 mit der Wasserkühlung für das Topmodell. Nicht thermische Probleme hatten zu dieser Entwicklung geführt, sondern der Wunsch nach besserer Schalldämpfung. Auch beim Sachs-Motor, der vor allem von Konzerntochter Hercules benutzt wurde, wuchsen die Kühlrippen auf gigantische Dimensionen, aber ansonsten tat sich in den nächsten Jahren nicht viel. Daß die tatsächliche Leistung längst mehr als die immer noch tapfer deklarierten 6,25 PS betrug, war ein offenes Geheimnis. 1977 brachte Fichtel & Sachs einen wassergekühlten Motor, der nun kurzhubig ausgelegt war und eine Wasserpumpe aufwies. Zündapp setzte weiterhin auf den Thermosyphon-Umlauf (warmes Wasser steigt automatisch nach oben). Kurz darauf stieg die offizielle Leistungsangabe im Rahmen der kW-Umstellung auf 6,5 PS.



Aus dem OLDTIMER-MARKT-Clubadressen- Verzeichnis*

50 ccm IG Enkenbach/Pfalz
Diethelm Platz,
Tannenstr. 16
D-67678 Mehlingen
Tel.: 06303/7296

*Das umfangreichste Clubadressen-Verzeichnis des deutschsprachigen Raums (über 1100 Eintragungen) erscheint immer am Jahresende.




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