Wolfgang Müller - Benzin im Blut

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Wolfgang Müller - Benzin im Blut

#1 Bericht door Maarten » 01 jul 2024, 10:57

Wolfgang Müller - Benzin im Blut

Ob auf der Rennstrecke oder am Zeichentisch, die Faszination für diesen Sport ist allgegenwärtig.

Bron: Site Wolfgang Müller
Bron: WAC MAGAZIN, 01 Frühjahr 2020
Bron: Classic Motorrad
Foto's: Archiv Wolfgang Müller

Der Mensch

Wolfgang Müller wurde 1949 in der Taubenheim Strasse in Stuttgart Bad-Cannstatt geboren, wo ganz in der Nähe Gottlieb Daimler 1882 in einer kleinen Werkstatt die ersten Ottomotoren in Fahrzeuge eingebaut hat.
Im Alter von sechs Jahren zog Wolfgang Müller mit seinen Eltern nach Stuttgart-Büsnau, einem kleinen Vorort von Stuttgart, direkt an der ehemaligen Solitude-Rennstrecke, auf der zu dieser Zeit große internationale Motorrad- und Autorennen stattfanden. Er lernte berühmte Rennfahrer, wie Phil Read, Jim Redman, Dan Gurney und Jim Clark persönlich kennen.

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Wolfgang Mueller

Renn- und Motorsportbegeistert beschloss er selbst Rennfahrer zu werden.
Der große Unterschied zu ganz vielen Menschen auf dieser Welt die sich dies in der Jugend wünschen ist - er wurde Rennfahrer!

Der Rennfahrer

Vom Rennfieber angesteckt startete er 1969 eine eigene Karriere als Motorradrennfahrer. In der Klasse bis 50 ccm wurde er in der Zeit von 1969-1980 zweimal Deutscher Meister und hat als Privatfahrer bei Grand Prix Läufen regelmäßig vordere Plätze herausgefahren.

Mehr zur Rennsport-Karriere von Wolfgang Müller gibt es zum Beispiel im Artikel von "Classic-Motorrad" wo dieser link hinführt.

Der Künstler

Kunst kommt von Können!
Eine zweite grosse Leidenschaft, das Zeichnen, wies Wolfgang Müller den Weg ins Berufsleben. Er ergriff den Beruf des Foto-Retuscheurs, der ihm den Umgang mit Pinsel und Airbrush gelehrt hat. Seine zeichnerische Begabung setzt er bereits seit seiner Kindheit in Automobil- und Rennsportmotive um.
Nach Beendigung seiner Motorsportkarriere hat er sich 1981 als Illustrator selbstständig gemacht und arbeitet und leitete seine großes Grafik- und Retuschenatelier in Stuttgart. 1989 war er Partner bei einem der ersten Start-Ups in der Region, welche sich mit der digitalen Bearbeitung von Bildern beschäftigte.
Im Ruhestand angekommen, widmete er sich wieder seinen großen Passionen, dem Rennen fahren und dem Zeichnen und Malen rund um das Thema Auto, Motorrad, Rennsport und Technik.





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KLEINER HUBRAUM
GROSSE ERFOLGE
LANGE KARRIERE

51 JAHRE SIND GENUG, MEINTE DER STUTTGARTER WOLFGANG MÜLLER, ZUM AUSKLANG SEINER RENNFAHRER-KARRIERE HATTE ER SICH KEIN FLUGPLATZRENNEN SONDERN EINEN ECHTEN GRAND PRIX KURS AUSGESUCHT.

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Den Hockenheim Classic, Ende September 2019, bei dem unser Clubmitglied Wolfgang Ziegler, die Rennleiterfunktion inne hatte, machte das Wetter einen gründlichen Strich durch die Rechnung. Statt Action auf der Strecke, war Small Talk im Fahrerlager angesagt. Wolfgang Müller hatte sich seine letzte Motorrad-Rennveranstaltung schöner ausgemalt - vor allem trockener. Was 1968 begann endete 2019 im Dauerregen.

Ich werde mal Rennfahrer oder Pilot. Wolfgang Müller setzte diesen Traum vieler Buben von damals in die Realität um. Aufgewachsen in Blisnau, direkt neben der Solitude-Rennstrecke. war er früh von dem Renn. Virus erfasst worden. Jim Clark, John Surtees, Graf Berge von Trips, Dan Gurney, Hans Hermann - alle ließen mit ihren kreischenden Monoposto-Rennern bei den Solende-Rennen im jungen Wolfgang diesen Wunsch reifen: "Ich werde Formell 1-Rennfahrer".
Mit der Konsequenz, die sein ganzes Sportlerleben prägen sollte, ging er schon als Jugendlicher ans Werk.
Er erkundigte sich beim Werk In England, was ein Lotus 21 kostet. Die Engländer sind ebenso freundlich wie geschäftstüchtig. Da meldete sich ein Kunde aus dem reicher werdenden Wirtschaftswunder-Land. Die Post mit Prospekt kam prompt. Der Preis war ernüchternd: 42.000 Mark. Dafür gab es damals zwei Porsche 911 der ersten Serie. Mit 16 Jahren konnte er sich endlich sein erstes Moped anschaffen. Colin Chapman's Philosophie, aus wenig mit filigraner Technik viel herauszuholen, hatte der Wolfgang verinnerlicht. So reifte die Idee, 50 ccm Rennen zu fahren. Von seinem ersten Gesellenlohn kaufte sich der gelernte Retuscheur eine Rennmaschine, die so hieß aber nicht so fuhr. Zu langsam für die Qualifikation beim Flugplatzrennen in Mainz-Finthen.

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Flugplatzrennen Walldürn 2013 mit der Honda Baujahr 1991, ein Production Racer mit 125ccm Zweitaktmotor der beachtliche 42 PS leistet.

1974 WAR FÜR WOLFGANG MÜLLER DAS ERSTE JAHR MIT INTERNATIONALER RENNLIZENZ

Zum Glück gab es dann, Ende 1968, von Kreidler den luftgekühlten "Rennsatz". Für diesen Motor baute ihm ein Freund eigens ein Fahrgestell. In einem DKW mit ausgebautem Beifahrersitz für die Rennmaschine und Zweimanntzelt im Kofferraum fuhren die beiden zu den nationalen „Ausweisrennen". Nach anfänglich bescheidenen Erfolgen stellten sich im Laufe der Jahre, mit wachsender Erfahrung, gute Platzierungen und die ersten Siege ein. Das Ziel waren genügend Punkte für eine internationale Fahrerlizenz, um an Grand Prix Rennen teilnehmen zu können.


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Ruhestand nicht in Sicht! Wolfgang Müller hat sich für das zivile Motorradfahren nach der Rennerei einen Offroad-Klassiker aufgebaut. Mit der Suzuki TS 250 X ist er dem Zweitakter treu geblieben.

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Pressebild zum Saisonstart. Die 50er Kreidler wie sie im Jahr 1978 eingesetzt wurde. Schon ordentlich mit Sponsor Logos.

Die Kreidler-Motoren wurden besser, der Fahrer immer erfolgreicher. Selbst die 1974 mit internationaler Lizenz eingefahrenen Punkte waren kein Freibrief für GP-Starts. Ab 1977 konnte er dann bei allen Grand Prix starten. Das Jahr, in dem er seinen ersten Deutschen Meistertitel gewann. Im Folgejahr startete er die WM-Saison mit einem 4. Platz und wurde am Ende der Saison WM-Vierter und Deutscher Vizemeister.
Der Rennfahrer Wolfgang Müller wurde immer professioneller. Er konnte gute Sponsoren für sich gewinnen. Er fuhr im Team des Nava-Helmimporteurs Wolfgang Kucera zusammen mit Reinhold Roth. Das ermöglichte ihm ab der Saison 1979 als Profi zu fahren. In der WM erreichte er Rang 6.1980 verlief die WM durchwachsen. Dafür hielt er sich mit seinem zweiten Deutschen Meister-Titel schadlos.

NACH 11 RENNMOTORRAD-JAHREN ZURÜCK INS BÜRGERLICHE LEBEN.

Das Ende der 50er-Klasse zeichnete sich ab. Für Wolfgang Müller der Anlass zum Umstieg in seinen erlernten Beruf. Tatkräftig unterstützt von seiner Frau Rita, übernahm er einen grafischen Betrieb. Er machte sich weltweit einen Namen mit Zeichnungen, Grafiken und Gemälde aus der Welt des Automobils und des Rennsports. Inzwischen hat er sich als Künstler etabliert.

2005 ist es dann passiert. Das Feuer brannte wieder, nachdem ihm für zwei Veranstaltungen eine 125er Maico Rennmaschine, Baujahr 1972, zur Verfügung gestellt wurde. Beglückt vom Comeback auf die Rennstrecke, kaufte er die Maschine sofort.

Nach einigen Rennerfolgen wurde die Maico durch zwei modernere Honda RS 125 Production Racer der Epoche 1990-94 ersetzt. Beim Flugplatzrennen in Walldürn fuhr er leihweise eine 250ccm Suzuki RGV von Gerhard Mitten Das Motorrad hat ihn dermaßen fasziniert, dass er sofort Ausschau hielt nach einem gebrauchten Exemplar dieses Modells. Schnell wurde ein geeignetes Exemplar gefunden. Es handelt sich dabei eigentlich um ein ehemals straßenzugelassenes Motorrad mit einem Zweizylinder Zweitaktmotor, das sich ideal zur konkurrenzfähigen Rennmaschine für Classic Rennen umbauen ließ. Die Suzuki wurde dann kompromisslos für den Renneinsatz aufgebaut und bis zu jenem verregneten September-Wochenende in Hockenheim von Wolfgang stets auf der letzten Rille fahrend erfolgreich eingesetzt.

Benzin fließt weiterhin in Wolfgangs Adern. In seiner Garage stehen eine Honda 900 Bol d'Or, die Suzuki-Rennmaschine, eine Suzuki Enduro und auf vier Rädern eine Alpine A 110. Gott sei Dank gibt es keine High Speed Rennen für klassische Autos.

Kein einziges Mal in seiner langen Rennfahrer-Karriere ist Wolfgang Müller bei einem Gleichmäßigkeits-Wettbewerb an den Startgegangen. Auch nicht bei den Klassik-Rennen zwischen 2005 und 2019

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Ein wenig Wehmut im Blick bei Wolfgang Müller und seiner Frau Rita. Ausgerechnet beim geplanten Abschiedsrennen einer sehr langen Rennfahrer-Karriere, war wegen massivem Dauerregen an einen Start bei den Hockenheim Classics 2019 nicht zu denken.

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Frisch gebackener Deutscher Meister 1977. Bei diesem Rennen in Hockenheim belegte Wolfgang Müller zwar nur den zweiten Platz hinter dem Kreidler Werksfahrer Rudolf Kunz das reichte aber locker zum Gewinn der DM-Titels.

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Hockenheim 2008, das letzte Jahr mit der betagten Maico.





WOLFGANG MÜLLER

Artikel in originele opmaak

Im Alter von 14 Jahren wollte Wolfgang Müller Formel 1 Rennfahrer werden.
In einem Vorort von Stuttgart, direkt an der ehemaligen Solitude Renn - strecke, ist er aufgewachsen und sah Fahrer wie Jim Clark und Jack Brabham siegen.

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Er erkundigte sich 1962 in England, was ein Lotus 21 kostet. Die Post mit Prospekt und Preis war ernüchternd. Umgerechnet 42.000,-- DM überstieg bei weitem seinen finanziellen Möglichkeiten.
Ein Moped war es dann, was mit 16 Jahren als erstes angeschafft wurde.
Es entwickelte sich eine Liebe zu filigraner Technik und die Idee 50 ccm Rennen zu fahren. Gerade mit der Lehre als Retuscheur fertig, wurde vom ersten Gesellenlohn eine Rennmaschine angeschafft.
Wolfgang Müller meldete 1968 beim Flugplatzrennen in Mainz - Finthen. Aber die Maschine war so schlecht, dass er sich fürs Rennen nicht qualifizieren konnte.

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Das erste Rennen in Mainz - Finthen 1968

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Mein Mechaniker Ernst Mammen

Zum Glück gab es dann, Ende 1968, von Kreidler den luftgekühlten „Rennsatz“. Für diesen Motor baute ihm sein Freund Ernst Mammen über den Winter ein eigenes Fahrgestell.
In einem DKW, den Beifahrersitz ausgebaut damit die Rennmaschine reinpasst, ein Zweimannzelt im Kofferraum, fuhren sie zu den nationalen „Ausweisrennen“. Nach anfänglich bescheidenen Erfolgen stellten sich im Laufe der Jahre, mit wachsender Erfahrung, gute Platzierungen und die ersten Siege ein.

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Juniorenpokal Hockenheim 1969.
Kreidler "Rennsatz" luftgekühlt

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Juniorenpokal Nürburgring 1971.
Kreidler "Rennsatz" luftgekühlt

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Der "DENA" Eigenbau

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Geschafft! Die internationale Fahrerlizenz

Das Ziel war, die erforderlichen Punkte zur Erlangung der internationalen Fahrerlizenz zu sammeln und an GP-Rennen teilzunehmen.
Seit 1973 gab es, wieder von Kreidler, den wassergekühlten Drehschieber Rennmotor, den er zunächst mit serienmäßiger Kupplung und 5-Gang-Getriebe einsetzte.
Ab 1976 verwendete er ein 6-Gang-Getriebe mit Trockenkupplung vom Stuttgarter Spezialist und späteren Projektleiter bei Van Veen, Martin Ziegler.
1974 war dann für Wolfgang Müller das erste Jahr mit internationaler Lizenz. Zunächst beteiligte er sich an der Deutschen Meisterschaft und einigen internationalen Rennen in Frankreich, Holland, Belgien und Österreich.
Es war schwierig an GP Starts zu kommen. Er fuhr den GP Deutschland und holte sich mit dem 7.Platz WM Punkte und den GP Italien in Mugello, wo er allerdings nur 12.wurde. Die Erfolge bei diesen Rennen ermöglichten Wolfgang Müller ab der Saison 1977, an allen GP Rennen teilzunehmen.
Das erste Rennen zur Deutschen Meisterschaft 1977 beendete Wolfgang Müller gleich mit einem Sieg. Bei den folgenden Rennen entwickelte sich ein dramatischer Kampf mit seinem Freund Hagen Klein und Ingo Emmerich um den Meistertitel.

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GP-Holland in Assen. Müller hinter Freund Hagen Klein. Man beachte die Schräglage!

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Fieberbergrennen, Deutsche Meisterschaft 1978

Von 6 Rennen gewann er 3 mal und fuhr 3 mal auf Platz 2 und wurde so zum ersten Mal Deutscher Meister.

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Hockenheim, nur noch wenige Meter bis zum Meistertitel 1977

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GP Italien, Imola 1980

Mit einem von Jan de Vries überarbeiteten Zylinder belegte Wolfgang Müller 1978 gleich beim ersten GP im spanischen Jarama den 4.Platz hinter Lazzarini, Tormo und dem Franzosen Aundry Plisson..
Bei allen folgenden Grand Prix holte er WM-Punkte und beendete die Weltmeisterschaft als 4. in der Gesamtwertung.
In der Deutschen Meisterschaft wurde er hinter dem Saarbrückener Reiner Scheidhauer Deutscher Vizemeister.
Der Rennfahrer Wolfgang Müller wurde immer professioneller. Er konnte einige gute Sponsoren für sich gewinnen. Er fuhr im Team des Nava-Helmimporteurs Wolfgang Kucera zusammen mit Reinhold Roth. Das ermöglichte ihm ab der Saison 1979 als Profi zu fahren.
Leider verlief die Saison 1979 etwas schwach. In der DM wurde er 4. und in der WM konnte er mit dem 6.Rang noch recht zufrieden sein.

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Flugplatzrennen Deutsche Meisterschaft 1980

Die Saison 1980 wurde sehr gut vorbereitet in Angriff genommen. Über den Winter entstanden in Zusammenarbeit mit Werner „Mini“ Koch, heute Redakteur bei „Motorrad“, verbesserte Zylinder und verschiedene Auspuffanlagen. Diese Teile wurden dann im Frühjahr auf einer Rennstrecke in Südfrankreich eine Woche lang getestet und aussortiert.
Hochmotiviert ging er die neue Rennsaison an. Die Ergebnisse bei den GP’s waren wechselhaft. Es gab gute Platzierungen, aber auch Ausfälle und Stürze. In der Deutschen Meisterschaft zeigte sich früh, dass ein Titelgewinn möglich war. Bei einigen Rennen war er so überlegen, dass ihm seine Boxenmannschaft das Signal „genug“ zeigte. Bei seinem letzten Rennen auf dem Flugplatz Mainz- Finthen sicherte sich Wolfgang Müller zum 2. Mal die Deutsche Meisterschaft.
In der WM ergab sich letztlich nur ein 10.Platz in der Gesamtwertung, jedoch als bester deutscher Fahrer.
Es zeichnete sich ab, dass die 50ccm Klasse nicht mehr lange bestehen würde. Eine 80ccm Klasse war geplant. Dies und ein Angebot vom Sommer 1980, eine kleine Firma zu übernehmen, einen Betrieb im grafischen Gewerbe, wo er in seinen erlernten Beruf des Fotoretuscheurs zurückkehren konnte, führte schon früh zu dem Entschluss, nach 11 Jahren Motorradrennen zu neuen Zielen aufzubrechen. Der erneute Meistertitel war ein gelungener Abschluss, seine Karriere als Motorradrennfahrer zu beenden.
Mit großem Engagement führt Wolfgang Müller seine Firma, unterstützt von seiner Frau Rita.
Im Laufe der Jahre spezialisierte er sich auf die Darstellung von Autos und Motorrädern.
Computerretuschen von Autos und technische Grafiken fertigt er für einen großen Stuttgarter Motorpresse Verlag.
Er machte sich außerdem einen Namen mit seinen Zeichnungen, Grafiken und Gemälden aus der Geschichte des Automobils und des Rennsports.
Auch dem Motorrad ist Wolfgang Müller treu geblieben. Der inzwischen 51jährige fährt auf Urlaubsfahrten und Ausflügen in den nahegelegenen Schwarzwald eine 18 Jahre alten Honda 900 F2 – Bol d’Or und zeigt mit unterlegender Technik den Jungen mit ihren Racern, wo „der Bartel den Most holt“.
Die neue alte Liebe „Auto“ befriedigt er mit einem Renault Alpine A 110 Baujahr 1975, mit dem er an Oldtimer-Veranstaltungen und Club-Rennen teilnimmt.
In letzter Zeit beschäftigt ihn der Gedanke um den Verbleib seiner letzten 50 ccm Rennmaschine. Es handelt sich um ein Hummel Fahrgestell mit der Nr. 76006 . Die komplette Maschine verkaufte er am Ende der Saison 1980 an den Frankfurter Klaus Kull, der sie mit der damaligen Rennfahrerin Inge Ahrens einsetzte.

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50ccm Kreidler
Wassergekühlter Motor mit 6-Gang Getriebe
Mikuni Vergaser und Kröber Zündung.
Hummel Fahrwerk Nr. : 76006
Campagnolo Räder mit Aluminium Bremsscheiben,
Marzocchi Gabel und Koni Stoßdämpfer
Fotos: Archiv Wolfgang Müller




2-facher Deutscher Meister Wolfgang Müller verstorben

Bron: 2 facher Deutscher Meister Wolfgang Müller verstorben
Text: Michael Sonnick, 02.07.2020 - 14:03
Foto's: Michael Sonnick


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Wolfgang Müller (rechts) mit seinem Freund und Rennfahrerkollegen Gerhard Singer - © Michael Sonnick


Wolfgang Müller, der zweifache Deutsche Meister (1977 und 1980) in der 50-ccm-Klasse, ist Ende Juni im Alter von 70 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

Wolfgang Müller wurde am 26. Dezember 1949 in Stuttgart Bad-Cannstatt geboren und zog mit seinen Eltern im Alter von sechs Jahren nach Stuttgart-Büsnau um. Der kleine Vorort von Stuttgart liegt direkt an der ehemaligen Solitude-Rennstrecke. Dort fanden zu dieser Zeit große internationale Motorrad- und Autorennen statt, wo er berühmte Rennfahrer wie Phil Read, Jim Redman, Dan Gurney und Jim Clark persönlich kennenlernte.

Im Alter von 14 Jahren wollte Wolfgang Formel 1-Rennfahrer werden und erkundigte sich 1962 in England, was ein Lotus 21 kostet. Die Post mit Prospekt und dem Preis von 42.000 DM (ca. 21.000 EUR) war ernüchternd und überstieg bei weitem seine finanziellen Möglichkeiten.

Mit 16 Jahren wurde dann ein Moped angeschafft. So entwickelte sich eine Liebe zu filigraner Technik und die Idee 50 ccm Rennen zu fahren. Gerade mit der Lehre als Retuscheur fertig, wurde vom ersten Gesellenlohn eine Rennmaschine angeschafft.

Wolfgang Müller nannte 1968 beim Flugplatzrennen in Mainz-Finthen. Aber die Maschine war so schlecht, dass er sich für das Rennen nicht qualifizieren konnte. Zum Glück gab es dann Ende 1968 von Kreidler den luftgekühlten Rennsatz. Für diesen Motor baute ihm sein Freund Ernst Mammen über den Winter ein eigenes Fahrgestell.

In einem DKW wurde der Beifahrersitz ausgebaut, damit die Rennmaschine reinpasste, mit einem Zweimannzelt im Kofferraum fuhren sie zu den nationalen «JUPO-Ausweisrennen». Nach anfänglich bescheidenen Erfolgen stellten sich im Laufe der Jahre und mit wachsender Erfahrung gute Platzierungen und die ersten Siege ein.

Das Ziel war, die erforderlichen Punkte zur Erlangung der internationalen Fahrerlizenz zu sammeln und an GP-Rennen teilzunehmen.

Ab 1973 gab es von Kreidler den wassergekühlten Drehschieber Rennmotor, den er zunächst mit serienmäßiger Kupplung und 5-Gang-Getriebe einsetzte. 1974 war dann für Wolfgang Müller das erste Jahr mit internationaler Lizenz. Zunächst beteiligte er sich an der Deutschen Meisterschaft und einigen internationalen Rennen in Frankreich, Holland, Belgien und Österreich.

Ab 1976 verwendete Müller ein 6-Gang-Getriebe mit Trockenkupplung vom Stuttgarter Spezialisten und späterem Projektleiter bei Van Veen, Martin Ziegler.

Für Müller war es schwierig an Grand Prix-Starts zu kommen. Seinen ersten WM-Lauf bestritt er am 16. Mai 1976 beim GP der Nationen in Mugello und qualifizierte sich als Zehnter gleich beim ersten GP. Im Rennen kämpfte Müller in einer Gruppe von Fahrern und belegte den 12. Platz. Zum ersten WM-Punkt fehlten nur 1,1 Sekunden. Klappen sollte es damit am 29. August 1976 beim Heim-GP von Deutschland auf dem Nürburgring: Vom siebten Startplatz aus ging Müller ins Rennen und holte sich mit Platz 7 seine ersten vier WM-Zähler ab. In der Endabrechnung belegte er den 21. WM-Rang.

Durch diesen Erfolg konnte Wolfgang Müller ab 1977 an allen GP-Rennen teilzunehmen. Doch auch in dieser Saison fuhr Müller nur beim GP von Assen/NL als Siebter und zweitbester Deutscher Fahrer in die Punkteränge.

In der Deutschen Meisterschaft feierte Wolfgang Müller 1977 beim ersten Rennen gleich einen Sieg. Bei den folgenden Läufen entwickelte sich ein spannender Kampf mit seinem Freund Hagen Klein und Ingo Emmerich um den Meistertitel. Von sechs Rennen gewann Müller dreimal und wurde dreimal Zweiter. Auf der Kreidler 50 ccm feierte er seinen ersten Deutschen Meistertitel.

Mit einem von Jan de Vries überarbeiteten Zylinder gelang Wolfgang Müller 1978 gleich beim ersten Grand Prix im spanischen Jarama mit dem vierten Platz das beste Grand Prix-Ergebnis in seiner Karriere. Müller holte bei allen folgenden Grand Prix WM-Punkte und beendete die Weltmeisterschaft mit 28 Punkten als Gesamtvierter und bester Deutscher Fahrer. In der Deutschen Meisterschaft wurde Müller hinter Reiner Scheidhauer aus Saarbrücken Deutscher Vizemeister.

Der Rennfahrer Wolfgang Müller wurde immer professioneller und konnte einige gute Sponsoren für sich gewinnen. Er fuhr im Nava-Team des Nava-Helmimporteurs Wolfgang Kucera zusammen mit Reinhold Roth, dies ermöglichte ihm ab 1979 als Profi zu agieren.

Leider verlief die Saison 1979 aber nicht nach Wunsch: In der DM wurde Müller Vierter und in der WM belegte er mit neun Punkten den 16. Endrang. Sein bestes Ergebnis war der fünfte Platz beim Assen-GP.

Die Saison 1980 wurde sehr gut vorbereitet in Angriff genommen. Über den Winter entstanden in Zusammenarbeit mit Werner «Mini» Koch, Redakteur bei «Motorrad», verbesserte Zylinder und verschiedene Auspuffanlagen. Diese Teile wurden dann im Frühjahr auf einer Rennstrecke in Südfrankreich eine Woche lang getestet. Müller ging hochmotiviert in die neue Rennsaison. Die Ergebnisse bei den Grand Prix waren allerdings wechselhaft. Zwei sechste Plätze in Zolder/Belgien und beim Heim-GP auf dem Nürburgring waren die besten Platzierungen. Mit 15 Punkten wurde Wolfgang Müller 1980 als bester deutscher Fahrer in der Schnapsglasklasse WM-Zehnter. In der Deutschen Meisterschaft zeigte sich früh, dass ein Titelgewinn möglich war. Bei einigen Rennen war er so überlegen, dass ihm seine Boxenmannschaft das Signal «genug» zeigte. Bei seinem letzten Rennen auf dem Flugplatzkurs Mainz- Finthen sicherte sich Wolfgang Müller zum zweiten Mal nach 1977 die Deutsche Meisterschaft.

Danach zeichnete sich ab, dass die 50 ccm Klasse nicht mehr lange bestehen würde und die 80 ccm Klasse in Planung war. Dies und ein Angebot vom Sommer 1980, eine kleine Firma zu übernehmen, einen Betrieb im grafischen Gewerbe, wo er in seinen erlernten Beruf des Fotoretuscheurs zurückkehren konnte, führte schon früh zu dem Entschluss, nach elf Jahren Motorradrennen zu neuen Zielen aufzubrechen. Der zweite Meistertitel war ein gelungener Abschluss, seine Karriere als Motorradrennfahrer zu beenden.

Mit großem Engagement machte sich Wolfgang Müller mit seiner Frau Rita dann 1981 als Illustrator selbstständig. Im Laufe der Jahre spezialisierte er sich auf die Darstellung von Autos und Motorrädern. Computerretuschen von Autos und technische Grafiken fertigte er für den Motorpresse-Verlag aus Stuttgart. Er machte sich außerdem einen Namen mit seinen Zeichnungen, Grafiken und Gemälden aus der Geschichte des Automobils und des Rennsports.

Auch dem Motorrad ist Wolfgang Müller treu geblieben. Er war auf Urlaubsfahrten und Ausflügen im nahegelegenen Schwarzwald mit einer 18 Jahre alten Honda 900 F2 – Bol d’Or unterwegs und zeigte mit unterlegener Technik den Jüngeren, wo «der Bartel den Most holt».

Mit seiner neuen alten «Auto-Liebe» nahm Müller mit einem Renault Alpine A 110 Baujahr 1975 an Oldtimer-Veranstaltungen und Club-Rennen teil.

Vor Jahren beschäftigte ihn der Gedanke um den Verbleib seiner letzten 50 ccm Rennmaschine. Es handelt sich um ein Hummel-Fahrgestell mit der Nummer 76006. Die komplette Maschine verkaufte Müller am Ende der Saison 1980 an den Frankfurter Rennfahrer Klaus Kull, der sie mit der damaligen Rennfahrerin Inge Ahrens einsetzte.

Später ging Wolfgang Müller bei Motorradklassik-Veranstaltungen in Assen/NL, Hockenheim, Sachsenring, Spa/B, usw. an den Start und war ein gern gesehener Gast. Er startete auf Maico in der 125 ccm Klasse und erwarb später von seinem früheren Rennfahrerkollegen Thomas Engl dessen 125 ccm Honda Production Racer. Zuletzt war er auf einer Suzuki RGV 250 ccm unterwegs.

Wir werden den sympathischen Wolfgang Müller in guter Erinnerung behalten, Ruhe in Frieden!

Wolfgang Müller (rechts) mit seinem Freund und Rennfahrerkollegen Gerhard Singer - © Michael Sonnick
Wolfgang Müller (rechts) mit seinem Freund und Rennfahrerkollegen Gerhard Singer - © Michael Sonnick
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Wolfgang Müller Honda 125 RS
Wolfgang Müller Honda 125 RS
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Wolfgang Müller + Michael Galinski
Wolfgang Müller + Michael Galinski
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2019 Wolfgang Müller
2019 Wolfgang Müller
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